An der Kasse #6

von veronicadotter

Ebenfalls Stammkundin, gegen 70, graues Katzenfrau-Haar und eine knollige Figur mit breitem runzeligem Gesicht. Sie steht schon etwas länger an der Kasse, hinter ihr ein mittelständiger Geschäftsmann, der gerne was Bedeutenderes wäre. Dann ist sie dran, wird freundlich begrüßt und ich ziehe viel – nein,  noch mehr – Katzenfutter über das Band.

Sie:“Für meine Lieblinge“

Ich:“Wie schön.“

Der Geschäftsmann hört widerwillig, voller Interesse zu. 

Sie:“Aber ihr seid ja auch meine Lieblinge. Meine kleinen Schätze.“

Ich:“Hmm.“

Sie, zum Geschäftsmann:“Die kennen mich alle hier, alle lieben Kassiererinnen, die muss man ja auch lieb haben, ne?“

Der Mann schweigt, ich verkneife mir ein Lachen. Nach dieser langen Prozedur geht sie gemächlich zu ihrer nächsten Station voller Lieblinge, der Information. Ich schaue den Geschäftsmann an und versuche ihm entschuldigend ein Lächeln abzugewinnen. Steinerne Miene, dann eben nicht. 

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